Was beschaeftigt Ziegelhausen?

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Karte Stadt Heidelberg

Film: Eigenaufnahme Klaus Fanz

Musikunterlegung: JS Bach BWV 988 : Goldberg Variationen 13 - freie Lizenz-creative commons - PD Mark 1.0
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Sollen Ziegelhäuser Straßen umbenannt werden?

Der Gemeinderat hat im letzten Sommer einen Bericht einer Forschungskommission erhalten, in dem viele Wissenschaftlicher und städtisch Bedienstete empfehlen, 12 Straßen in Heidelberg mit einem neuen Namen zu versehen. Grund ist fast immer die unrühmliche Rolle der Namensgeber im "3. Reich". Der Gemeinderat hat diese Fragen erst mal in die betreffenden Stadtteile weitergeleitet, wo dann Bürger, Stadtteilvereine und Bezirksbeirat sich eine Meinung bilden sollten. Im Oktober 2023 ist die Frist abgelaufen, innerhalb derer sich Bürger an das städtische Vermessungsamt wenden konnten, um Änderungs- oder Beibehaltungsvorschläge zu machen. In Ziegelhausen sind zwei Straßen betroffen, beide am Hahnberg. Zum ersten die Reinhard - Hoppe - Straße, die diesen Namen seit 1974 trägt, vorherige Goethestraße, ursprünglich Robert - Wagner - Straße, nach dem NSDAP-Gauleiter in Baden benannt. Zum Zweiten geht es um den 1928 erbaute und seitdem so benannten Rudolf - Stratz - Weg.

Reinhard Hoppe (geb. 1898) lebte Jahrzehnte in Ziegelhausen, war Lehrer und dann Mitglied in ziemlich allen Nazi - Organisationen, schrieb auch NS - angepasste Bücher und machte nach Kriegsende eine unrühmliche Figur, als er in den entsprechenden Verfahren nach seiner Vergangenheit gefragt wurde. Nach überraschend schneller Wiedereinstellung in den Schuldienst avancierte er 1966 zum Schulleiter in Ziegelhausen. Zum Jubiläum der Gemeinde legte er 1970 sein altes "Dorfbuch" von 1940 neu auf und erhielt zum Dank die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde mitsamt der Umbenennung der Goethe- in R.-Hoppe-Straße. Er starb 1974.

Rudolf Stratz war ein Schriftsteller, der großen Gefallen daran fand, nationalistische Volkstumsgedanken zu Papier zu bringen. Auch er war Nazi - Parteimitglied. Er wohnte in Neuenheim, verbrachte aber etwa 8 Sommer für ein paar Wochen in einer Hütte am Waldrand in Ziegelhausen. Eigentlich hatte er mit Ziegelhausen gar nichts zu tun, tat sogar schriftlich sein Leben in Heidelberg als unglücklichen Zufall ab. Er starb 1936.

Der Ziegelhäuser Stadtteilverein hat im Herbst 2023 ein kleine Umfrage dazu gemacht, die allerdings nicht sehr viele Rückmeldungen hatte. Dennoch sprechen sich eine Mehrheit für die Umbennung der R.-Hoppe-Straße und eine kleine Mehrheit für die Beibehaltung des R.-Stratz-Weges aus.

Der Autor dieses Artikels, Klaus Fanz, hat dem Vermessungsamt dazu seine Vorschläge übermittelt.

Anbei der Bericht der Forschungskommission.

 

Sanierung der Neckarhelle

Die Arbeiten sollen demnächst beginnen, nachdem in mehreren Bürgerveranstaltungen, Bezirksbeiratssitzungen und Gemeinderatssitzungen Pläne und Alternativpläne diskutiert wurden. Die ehemalige "Heidelberger Straße" ist seit Jahrzehnten nicht mehr vollständig renoviert worden, nur besonders geschädigte Teilstücke hat man neu gemacht. 
Zweierlei bleibt festzuhalten: 1. Es werden bisherige Auto - Abstellplätze wegfallen und damit sind die Anwohner auch aufgefordert, ihre Garagen zu entrümpeln und dem eigentlichen Zweck der Auto - Abstellung zu genügen. 2. Die Neckarhelle wird auch in Zukunft keine Einbahnstraße sein, auch wenn man den Verkehr großer Linienbusse mitdenkt. Die sollen sich nämlich per Funk zwischen den Haltestellen "Stiftsmühle" und "Neckarschule" über Vorfahrt einigen. 
Die angedachte Verlegung aller Buslinien auf die Neckarumgehung L534 ist an einigen Überlegungen gescheitert: Man hat dort keine Haltebuchten und auch keine Zulaufwege dorthin. Die Arbeiten sollen so beginnen, dass ihre Beendigung sich nicht mit dem angedachten Brückenneubau 2028 überschneidet.

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Kleingemünder Straße

Wenn in den sechsziger Jahren zwei Autos oder gar Lastwagen sich in der damaligen Ziegelhäuser Hauptstraße begegneten drückten sich die Passanten an die Hauswände, um sich davor zu schützen, gestreift oder angefahren zu werden. Insofern war die in den späten siebziger Jahren gebaute und in Betrieb genommene Neckarumgehung notwendig, auch wenn das wunderschöne Neckarvorland dadurch verschwand. Die Umgehung sollte also unbedingt den Autoverkehr für Nichtanwohner aus der nun so benannten "Kleingemünder Straße" heraushalten. Die wechselnden Mittel dazu waren Einbahnstraßenregelung, Fußgängerzone, verkehrsberuhigte Zone.

Alles dies war nicht zielführend. Seit mehr als 40 Jahren ist die Kleingemünder Straße  ein Problemfall in Ziegelhausen.

Autos fahren nach wie vor durch, um "schneller" auf die Neckarbrücke oder die Schönauer Straße zu gelangen. Man geht dabei von einem Anteil von nahezu 70% aus. Der Handel in der Straße besteht vehement auf die Einfahr- und Parkmöglichkeit vor der Ladentür. Es werden gar noch mehr Parkplätze in der Straße gefordert.
Fakt ist allerdings, dass Fußgänger, Radfahrer auf der ganzen Straßenbreite Vorrang haben durch die Klassifizierung als "Verkehrsberuhigte Zone". 

Im September 2021 hat das Amt für Mobilität mit der Leiterin Frau Sauer Ziegelhäuser Gruppen zusammengerufen, um Lösungen zu besprechen. Im Winter 2022 spätestens sollte dem Gemeinderat ein Konzept vorgelegt werden. Nichts dergleichen ist geschehen!

Andernorts gibt es Studien und Erfahrungen, wonach die Einrichtung von dem Fußgänger vorbehaltenen Zonen dem Handel förderlich wirken. Dazu allerdings ist die Anpassung der Straße in eine wohnlichere, gern angenommene Strecke notwendig. Dass da noch viel "Luft nach oben" ist, erkennt man zum Beispiel an der mehr als dürren weihnachtlichen Ausgestaltung der Straße mit parkenden Autos rechts und links.

Neubau der Neckarbrücke

 

Wie ein Hammerschlag wirkte die dem Gemeinderat vorgelegten Ergebnisse der baulichen Untersuchungen der Neckarbrücke im Jahr 2021: Die Neckarbrücke ist nicht mehr zu retten. Seit 1954 hat der zunehmende und schwerer werdende Verkehr die technische Auslegung der Brücke überschritten. Als Sofortmaßnahme hat man ein Befahrverbot für Fahrzeuge über 3,5 t ausgesprochen mit der Ausnahme des Linienbusses. Hektisch begannen die Planungen für einen Neubau, der im Jahr 2028 beginnen soll.

Lesen Sie die Vorlage der städtischen Ämter.

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Starkregen

mehr noch als die anderen Bergstadtteile in Heidelberg könnte Ziegelhausen im sehr ungünstigen Fall von Wassermassen durch Starkregen betroffen sein, die sich auf den Hängen zum Weißen Stein, Apfelskopf, Dossenheimer Kopf, Geigersheide, Glaskopf, Suhl, Hahnberg abregnen könnten.

Sicher ist, dass Steinbach und Peterstaler Bach solche Wassermassen nicht aufnehmen könnten. Sie würden in erster Linie die Häuser im Bachtal überschwemmend angreifen.
Die nebenstehende Karte des Landesministeriums für Umwelt zeigt blau die vermutlichen Regeneintragsgebiete. Charakteristisch für einen Starkregen ist natürlich die Dauer des Abregnens. Ist diese Zeitspanne kurz so kann der alleinige Steinbach diese Wassermassen nicht aufnehmen. Welche Maßnahmen könnten helfen? Über ein System kleinerer Rückhaltebecken zum Beispiel im Kreuzgrund könnte man entschärfen, ebenso durch die Gestaltung des Waldbodens, der Versickern begünstigen könnte.
Dennoch ist der Hausbesitzer gefordert, sein Haus durch Vorher - Maßnahmen abzusichern. Dazu kann gehören: Die Beschaffung von Sandsäcken, der Bau einer kleinen Mauer, die gegen die Nordseite Wasser schräg ableiten kann.

Es gibt bisher städtische Initiativen, die in erster Linie die Fachberatung betreffen. Sie sind in folgender Broschüre zu finden: Starkregenförderung in Heidelberg.

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