Windpark Lammerskopf

Windpark Lammerskopf

Lammerskopf - Chronologie

 

29.02.2024     Stellungnahme von Fridays for Future 

28.02.2024     Verband Region Rhein Neckar startet Beteiligungsprozess

25.02.2024      Stellungnahme zum Teilflächennutzungsplan Windenergie

05.02.2024      Stellungname des Gemeindeverwaltungsverbandes Steinachtal

15.12.2023     Ergebnisse der Verbandsversammlung "Metropolregion Rhein - Neckar

13.12.2023      Replik der Verwaltungsgemeinschaft Steinachtal auf die Pressemeldungen aus Heidelberg

08.12.2023       BUND und Nabu schreiben wegen Lammerskopf an die Verbandsversammlung

17.11.2023      Metropolplanungsauschuss bestätigt Vorhaben

12.10.2023      CDU scheitert mit Ablehnungsantrag im Gemeinderat

11.10.2023      Beide Lammerskopf-Lose gehen an Heidelberger Bieter - Konsortium

26.09.2023     Heidelberg schlägt weitere Windparkflächen vor

27.09.2023     Informationsveranstaltung von NOW

21.08.2023     CDU lehnt "Lammerskopf" - Windpark ab.

19.07.2023     Informationsveranstaltung Stadt Heidelberg

12.07.2023     Interview mit BM Schmidt-Lamontain

08.07.2023     Sternmarsch zum Lammerskopf/Münchel

28.06.2023     Ziegelhäuser fühlen sich übergangen

28.06.2023     Friday's for Future fordern Windpark

23.06.2023     Mahnwache auf dem Büchsenacker

14.06.2023     B90/Die Grünen - Begehung

03.05.2023     Ausschreibung durch Forst BW

28.04.2023     Jahreshauptversammlung des Stadtteilvereins. Mitglieder erbitten Information

21.04.2023     Der Gemeinderat Heidelberg beschließt die Teilnahme an der Ausschreibung

22.02.2023     Kommunen äußern Absicht zum "Bürgerwindpark"

                       Ort des Geschehens - Topografie

                  


Der Lammerskopf ist Teilgebiet am rechten Rand der Kammlinie vom Dossenheimer Kopf beim Langen Kirschbaum über 6 km zum Neckar gegenüber der Orthopädischen Universitätsklinik. Damit sind auch die beiden höchsten Berge im Bereich der "Forst Baden - Württemberg" auf Ziegelhäuser (Heidelberger) Gemarkung genannt. (ca. 500 m)

Dieses Kammlinie bildet  in etwa die Gemarkungsgrenzen zu Kleingemünd, Schönau und Wilhelmsfeld. Weitere markante Punkte auf dieser Linie sind "Geigersheide", "Sitzbuche", "Münchel" und "Lärchengarten". Sie sind derzeit alle mit  schmalen Waldwirtschaftswegen verbunden.

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Sachlage

Das Land Baden - Württemberg hat auf "seinen Forstflächen" Anfang 2023 Gebiete ausgewiesen, die sich wegen günstiger Windverhältnisse für Windparks eignen, um Strom regenerativ zu erzeugen. Diese Windverhältnisse versprechen um ca. 20% mehr Energieerzeugung als bei Standorten im Tiefland. Man spricht aktuell von 15 Winkraftwerken auf dem "Lammerskopf", wobei konkret der "Lammerskopf" sicherlich keine 15 Windräder aufnehmen kann. Optional ist jetzt in der Diskussion die gesamte Kammlinie (rot) gemeint, wobei die wiederum grob zur Gemarkungsgrenze Ziegelhausen-Schönau anzusehen ist. Die als geeignet ausgewiesenen Windflächen bilden in etwa einen Streifen mit der Kammlinie, wobei Schönau den größten Anteil, Ziegelhausen den etwas kleineren Anteil (allesamt Eigentum des Landes Baden-Württemberg) , Neckargemünd an der Südostecke in viel kleinerer Größenordnung auch gemeindeigene Flächen einbringen kann.
Man spricht von insgesamt 600 ha - über 800 gedachten Fußballfeldern.

In dieser ausgewiesenen Fläche könnten evtl. 15 Windräder gebaut werden. Für jedes rechnet man großzügig mit 1 ha. Dazu kämen noch die Umgestaltung der Zufahrts- und Versorgungswege, ebenfalls großzügig mit 1 ha, in Summe also 2ha. Bei 15 Windrädern würde der Wald an Fläche also 30 ha hergeben.

Schon vor Jahren wurden aber auch die kommunalen Waldbesitzer ebenso aufgefordert, solche Flächen auszuweisen. Das ist bisher kaum geschehen, auch in Heidelberg nicht. 
Das betroffene Gebiet zwischen Ziegelhausen, Kleingemünd, Schönau und Wilhelmsfeld befindet sich fast zu 100% im Besitz des Landes, das im Rahmen gültiger Baugesetze allein über die Nutzung entscheiden könnte.
Nun hat sich, was den Lammerskopf betrifft ein Konsortium zusammengefunden, bestehend aus den Stadtwerken Heidelberg, den Energiegenossenschaften Kraichgau, Starkenburg und Heidelberg. Sie haben sich beim Besitzer, dem Land Baden - Württemberg, um dieses "Leuchtturmprojekt" beworben. Der Gemeinderat der Stadt Heidelberg hat am 20.4.23 dieser Projektteilnahme zugestimmt.

Ihre Argumente:  Die Energiegenossenschaften sind bislang regional ausgerichtet, auch ein "regionaler Stromtarif" wäre u.U. denkbar. "Gewinne", die beispielweise von den Stadtwerken Heidelberg gemacht würden, würden 1:1 in hiesige Umweltprojekte gesteckt werden.

Im anderen Fall könnten finanzstarke Großgesellschaften diese Flächen schlucken. Das Land Baden - Württemberg muss als Alleinbesitzer diese Vergaben entscheiden.


Da dieses für Ziegelhausen einschneidende und wichtige Thema in den nächsten Jahren sicherlich zum kommunalpolitischen Politikum werden wird, soll auf dieser Seite dem/r Leser*in Gelegenheit gegeben werden, seine/ihre Meinung dazu zu schreiben.

[Technische Anmerkung: Wir bitten Sie dies per email zu tun, denn bei Nutzung einer eingebauten Kommentarfunktion ist mehrfach die Erfahrung gemacht worden, dass nach kurzer Zeit die Kommentarseite mit automatisierten Inhalten vollgemüllt wurde, täglich bis zu 50 Kommentare ankamen, die mühsam gefiltert werden mussten. - Ihre per E-Mail geschickte Lesermeinung wird auf jeden Fall - unszensiert - veröffentlicht.]

Schreiben Sie daher an:

info@neckarundsteinbach.de

unter Ihres Namens und Ihrer Herkunft, z.B. "Heidelberg" oder "Neckargemünd". Betreff: "Lammerskopf"

 

Gemeindeverwaltungsverband Steinachtal bleibt beim "Nein" gegen die Windräder    -  5.Februar 2024

Verband veröffentlicht Stellungnahme zur Offenlage des Teilregionalplans "Windpark auf dem Lammerskopf" des Regionalverbands.
In der Argumentation werden die Ultraschallstimmen von 11 verschiedenen Fledermausarten angeführt, die teilweise streng geschützt sind. Auch andere "windsensible Arten" seien betroffen.

Weiter führt der GVV noch das Positionspapier des BUND - Landesverbandes an, wonach Windräder in solchen Gebieten abgelehnt werden.
Geschäftsführer Fischer setzt weitere Hoffnung in die Abwägungsbeschlüsse des Regionalverbandes und weitere Argumentation durch die Höhere Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium. 

Replik des Geschäftsführers der Verwaltungsgemeinschaft Steinachtal, Werner Fischer auf Pressemeldungen aus Heidelberg

 

Presseinformation:  Beide Windkraft-Lose am Lammerskopf gingen an regionales Bieterkonsortium und Vor-Ort-Aussagen am "Greiner Eck"

 

 

Sehr geehrte …

 

wir halten es für sehr wichtig, dass unserer Bürgerinnen und Bürger, nicht nur die im Steinachtal, offen und ehrlich über die weiteren Abläufe und die Verfahrensstände informiert werden und nicht durch einseitige Werbeveranstaltungen einzelner Vertreter der Stadt Heidelberg. Dem Bericht zufolge gibt es keinen Hinweis darauf, dass es massive Bedenken der Höheren Naturschutzbehörde (Regierungspräsidium) gibt, dass es massive Bedenken des BUND-Landesverbandes und des NABU-Landesverbandes gibt und das vom Umweltamt der Stadt Heidelberg. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Bereits der erste Satz im Artikel weist darauf hin, dass Windräder auf dem Lammerskopf wohl in nicht allzu ferner Zukunft Realität werden. Das haben wir doch schon mal aus Heidelberg gehört. Woher kommt denn diese Gewissheit?

Wir haben unseren Damen und Herren Gemeinderäten den weiteren Verfahrensweg aufgezeichnet, den ich auch bei der öffentlichen Veranstaltung der FDP bei der Münchelhütte so aufgezeigt habe. Die fragen sich jetzt natürlich, ob ich da vielleicht doch Unsinn geredet habe.

Wir halten es für wichtig, dass die Öffentlichkeit davon erfährt, dass z.B. im Umweltbericht zur Fortschreibung des Teilregionalplans Windenergie sehr umfangreiche Aussagen zu dem Gebiet enthalten sind. Die in unseren Augen besonders wichtige Aussage kommt dabei von der Höheren Naturschutzbehörde, also vom Regierungspräsidium. Ich zitiere: „ Die Höhere Naturschutzbehörde hat in einer Stellungnahme vom 07.09.2023 aus naturschutzfachlicher Sicht von der Festlegung des Vorranggebiets abgeraten.“

Weiter heißt es „Das VRG ist nach derzeitigem Erkenntnisstand aus regionaler Sicht insgesamt mit hohen negativen Umweltauswirkungen verbunden und daher für eine regionalbedeutsame Windenergienutzung nicht geeignet.“

Hätte die staatliche Einrichtung ForstBW vorher mal mit der staatlichen Einrichtung Höhere Naturschutzbehörde gesprochen, wäre diese Fläche vermutlich nie ausgeschrieben worden.

Des Weiteren habe ich erwähnt, dass der BUND-Ortsverband Steinachtal in den Sommermonaten die Ultraschallrufe der hier vorkommenden Fledermäuse erfasst und analysiert hat. Demnach wurden 11 Fledermausarten erfasst, darunter mehrere europaweit streng geschützt Arten.

Ebenso habe ich darauf hingewiesen, dass wir davon ausgehen, dass der Planungsausschuss des Verbandes Metropolregion Rhein-Neckar in seiner Sitzung der Offenlage zustimmen wird und dass die zuständige Regionalversammlung in der Sitzung am 15.12.2023 die Offenlage beschließt. Unsere Aufgabe ist es dann, dass wir eine fachlich fundierte Stellungnahme während der Offenlage abgeben. Dazu werden wir uns fachkundigen Rat einholen. Wir gehen davon aus, dass auch der BUND-Landesverband das ebenso machen wird, wie der NABU-Landesverband und sicherlich viele andere mehr. Die Verbandsverwaltung und schließlich die Regionalversammlung müssen dann im weiteren Verfahren über den Lammerskopf entscheiden. Unser Ziel wird es sein, dass der Lammerskopf als besonders geschütztes Gebiet nicht als Vorranggebiet für Windenergieanlagen im Regionalverband ausgewiesen wird. Stattdessen eignet sich das Gebiet hervorragend für ein Artenhilfsprogramm, also eine Art Vorranggebiet für den Artenschutz. Die Erstellung und Umsetzung wurde im vergangenen Jahr vom Deutschen Bundestag in das Bundesnaturschutzgesetz aufgenommen. Damit sollen durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien betroffene Arten einschließlich derer Lebensstätten dauerhaft geschützt werden.

Vielleicht sollte man auch mal darüber nachdenken, warum kein großer Energiekonzern für dieses Gebiet ein Angebot abgegeben hat. Vorausgesagt war, dass sich sehr viele darum bewerben werden.

Die Aussage eines Vertreters des Umweltamtes der Stadt Heidelberg im Bericht, „Windkraftanlagen sollte man da bauen, wo die Windgeschwindigkeiten hoch sind“ steht für sich. Spricht da jemand aus dem Umweltamt, oder doch eher als Lobbyist des Konsortiums? Alleine diese Aussage zeigt nach unserem Verständnis, dass Schutzgebiete, Natur- und Artenschutz offenbar keine Rolle spielen, wenn Windräder errichtet werden sollen.

Wir bleiben dabei, es gibt ausreichend besser geeignete Stellen, u. a. entlang von Autobahnen, wo vermutlich die Windgeschwindigkeit nicht so hoch ist, dafür sind sie viel einfacher zu erschließen und anschließend auch wieder zu nutzen. Warum funktioniert genau das in Rheinland-Pfalz, bei uns aber nicht?

Vielleicht sollte man sich aber auch mal die Frage stellen, ob es unbedingt notwendig ist, 250.000 € bis 300.000 € pro Windrad jährlich an Pacht zu zahlen. Würden vielleicht auch 50.000 € reichen?

 

Uns nervt, dass Fakten, die nicht zu den eigenen Zielen passen, einfach verschwiegen werden und damit der Öffentlichkeit ein völlig falscher Eindruck vermittelt wird. Das Thema wird durch solche Aussagen, wie in dem Artikel verharmlost, verniedlicht und schöngeredet. Und wir im Steinachtal, die sich für den Erhalt des Schutzgebietes einsetzen, werden gefragt, warum wir uns so anstellen, das ist doch alles ganz harmlos.

 

Werner Fischer, Geschäftsführer

 

Appell von BUND und NABU Baden-Württemberg zur Fläche „Lammerskopf“ im Teilregionalplan Windenergie

Datum: 08.12.2023

BUND und NABU richten sich mit einem offenen Appell an die Mitglieder der Verbandsversammlung der Metropolregion Rhein-Neckar. Die Umweltschutzverbände bitten diese bei der anstehenden Abstimmung am 15. Dezember zum Teilregionalplan Windenergie gegen eine Ausweisung des Lammerskopfs bei Heidelberg als Vorrangfläche zu stimmen.

Sehr geehrtes Mitglied der Verbandsversammlung der Metropolregion Rhein-Neckar,

am 15. Dezember werden Sie über die Offenlage der Fortschreibung des Teilregionalplans Windenergie zum Einheitlichen Regionalplan Rhein-Neckar entscheiden. Aus diesem Anlass wenden sich die Landesverbände von BUND und NABU heute an Sie. 

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass im Vorranggebiet HD/RNK-VRG02-W (s. Umweltbericht, S. 99) – vor Ort kurz „Lammerskopf“ genannt – zwischen Heidelberg-Ziegelhausen und der Stadt Schönau im Rhein-Neckar-Kreis die Errichtung von 10 bis 15 Windkraftanlagen voraussichtlich weit überwiegend in einem Natura2000-Schutzgebiet der EU (genaue Bezeichnung FFH1-Gebiet “Steinachtal und Kleiner Odenwald“) geplant ist. Das von ForstBW zur Überplanung ausgeschriebene Areal mit einer Größe von ca. 600 ha liegt in einem naturschutzfachlich besonders hochwertigen Gebiet2. Wie dem Umweltbericht (S. 101) zu entnehmen ist, hat die Höhere Naturschutzbehörde (RP Karlsruhe, Ref. 56) in einer Stellungnahme aus naturschutzfachlicher Sicht von der Festlegung als Vorranggebiet dringend abgeraten.

Dieses Vorhaben läuft somit Gefahr, an schwerwiegenden naturschutzfachlichen Hürden zu scheitern und ist in der Folge mit einer erheblichen Rechtsunsicherheit für die Investoren verbunden. Gleichzeitig sind bei diesen Planungen allein aufgrund der besonderen Konfliktlage, insbesondere aber, wenn im Rahmen möglicher Klageverfahren die Rechtmäßigkeit des Vorhabens einer EU-rechtlichen Überprüfung unterzogen werden muss, erhebliche Verfahrensverzögerungen zu erwarten. Diese Verzögerungen betreffen jedoch nicht nur dieses eine Windkraftprojekt, sondern sie bremsen insgesamt die aktuell so dringend erforderliche Beschleunigung des Ausbaus der Windenergie in der Metropolregion und in Baden-Württemberg. Solche klar vorhersehbaren und vermeidbaren Verzögerungen können wir uns im Kampf gegen die Klimakatastrophe jedoch nicht mehr leisten. Es müssen vielmehr zügig diejenigen Flächen für die Nutzung durch Windkraftanlagen ausgewiesen werden, die das geringste Konfliktrisiko mitbringen. Für die Regionalplanung bedeutet dies, dass FFH-Gebiete und EU-Vogelschutzgebiete (zusammengefasst im Natura2000-Schutzgebietsnetz der Europäischen Union) grundsätzlich von der Windkraftnutzung auszunehmen sind, wenn dort windkraftsensible Vogel- oder Fledermausarten zum Schutzzweck gehören oder wenn es sich um Flächen der Kategorie A oder B des „Fachbeitrages Artenschutz für die Regionalplanung Windenergie“ des Umweltministeriums handelt.

Wir bitten Sie daher dringend, am 15. Dezember mit Ihrer Stimme das Gebiet HD/RNK-VRG02-W nicht als Vorrangfläche für die Errichtung von Windkraftanlagen auszuweisen.

Weitere Details zu den von BUND und NABU gemeinsam entwickelten Forderungen zur naturschutzfachlichen Konfliktvermeidung beim Ausbau der Windenergie können Sie dem Positionspapier „Naturverträglicher Ausbau der Windenergie in Baden-Württemberg“ vom November 2023, entnehmen, welches Sie unter diesem Link3 finden.

Alternativen zum Bau von Windkraftanlagen am Lammerskopf gibt es insbesondere im Osten der Region Rhein-Neckar. Dort gibt es zahlreiche windhöffige Flächen im Staats-, Kommunal- und Privatwald, die sich weder in einem FFH-Gebiet noch in einer A- oder B-Fläche des Fachbeitrages Artenschutz befinden. Eine interaktive Karte, die dies verdeutlicht, finden Sie unter folgendem Link4.

Für den Bereich rund um den Lammerskopf schlagen die Landesverbände von BUND und NABU vor, dort die von der Bundes- und Landesregierung vorgesehenen Artenhilfsprogramme zu realisieren. Ziel dieser Artenhilfsprogramme ist die Förderung und Sicherung windkraftsensibler Vogel- und Fledermauspopulationen in dafür besonders geeigneten Gebieten um Verluste bei diesen Arten, die mit dem beschleunigten Ausbau der Windenergie an anderer Stelle unweigerlich verbunden sind, auszugleichen. Leider ist von diesen Artenhilfsprogrammen bislang - außer Ankündigungen - sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene kaum etwas zu sehen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Artenhilfsprogramme bei der Ausweisung von Vorranggebieten im Regionalplan bereits mitzudenken und ökologisch besonders wertvolle Altwaldbereiche wie jene im Umfeld des Lammerskopfs freizuhalten. Die Flächen der Kategorie A und B des Fachplans Artenschutz sind für die Umsetzung der Artenhilfsprogramme die richtige Kulisse, insbesondere dann, wenn es sich zusätzlich um FFH- oder Vogelschutzgebiete handelt. Bitte haben Sie vor diesem Hintergrund dafür Verständnis, dass wir uns daher schützend vor diese Flächen stellen müssen.

Da Artenhilfsprogramme und Windenergie am gleichen Ort nicht zielführend sind, bitten wir Sie heute zunächst, bei der Verbandsversammlung mit Ihrer Stimme gegen die Ausweisung des Lammerskopfs (HD/RNK-VRG02-W) als Vorrangfläche für die Windenergie zu stimmen.

Wir sind uns bewusst, wie wichtig der Ausbau der erneuerbaren Energien ist. Gerne unterstützen wir daher die Ausweisung von Vorranggebieten an besser geeigneten Standorten in Ihrer Region.

 

Mit freundlichen Grüßen

Sylvia Pilarsky-Grosch
Landesvorsitzende des BUND
Baden-Württemberg

Johannes Enssle
Landesvorsitzender des NABU
Baden-Württemberg

___

1 FFH = Fauna-Flora-Habitat

2 Eigene Untersuchungen des BUND Steinachtal im Jahr 2023 haben das Vorkommen von mindestens 11 Fledermausarten am Lammerskopf nachgewiesen, davon 2 Sonderstatus-Arten i.S.d. Fachbeitrags Artenschutz für die Regionalplanung Windenergie vom Oktober 2022 sowie 7 direkt kollisionsgefährdete Arten.

3 Link-URL: https://www.dialogforum-energie-natur.de/windenergie/position-von-bund-und-nabu/

4 Link-URL: https://www.dialogforum-energie-natur.de/regionalplanung/ => Auswahl Region: Rhein-Neckar

Weiterführende Informationen

Windenergie in HD

Planungsausschuss der Metrropolregion Rhein-Neckar billigt Vorhaben

Am 17.11.2023 beschloss der Ausschuss, dass das Vorhaben "Windpark Lammerskopf"  Teil der Regionalplanung bleibt. Die Verbandsversammlung im Dezember 2023 müsste dies noch bestätigen.

Bis zur zweiten Offenlage des Regionalplans Anfang 2025 müssen umfassende Prüfungen erfolgt sein, ob das Vorhaben mit den FFH - Flächen verträglich ist.

Am Rande wurde bekannt, dass schon jetzt sehr viele Interessenten beim Betreiber-Konsortium einsteigen wollen.

CDU scheitert im Gemeinderat mit der Ablehnung des Lammerskopf-Windparks

Am 12.10.2023 stellte die CDU im Heidelberger Gemeinderat einendreiteiligen Antrag:

1. Der Lammerskopf soll nicht bebaut werden

2. Städtische Gebiete in den Bereichen Weißer Stein und Hoher Nistler müssten auf ihre Eignung genau geprüft werden.

3. Standorte sollten eher in die Ebene.

Nachdem am 21. April 2023 im Heidelberger Gemeinderat fast einstimmig die Beteiligung Heidelbergs an einem Konsortium zur Pacht und Errichtung von Windrädern in den Bereichen Schönau, Ziegelhausen und Neckargemünd beschlossen wurde, nahm insbesondere die CDU in der Zwischenzeit immer mehr Abstand vom diesem Beschluss und ersetzte dies mit der neuen Position des Kreisvorstandes, keine Windräder in Wald- und FFH- Gebieten zubefürworten.
Sitzungsleiter BM Jürgen Odszuck betonte dabei, dass jedwede Prüfung von Standorten qua Gesetz und Vertrag vorgegeben ist. Der Punkt 3 wird zudem von allen Beteiligten mitgetragen.

Heidelberg, 11. Oktober 2023

Presseinformation Beide Windkraft-Lose am Lammerskopf gingen an regionales Bieterkonsortium

Leuchtturmprojekt für Bürgerwindpark nimmt erste Hürde- Gestern Abend haben die Stadtwerke Heidelberg für das gemeinsame Bieterkonsortium die Zusage für die Pacht der beiden ausgeschriebenen Flächen am Lammerskopfs zur Errichtung eines Windparks erhalten. Zu dem Bieterkonsortium gehören neben den Stadtwerken Heidelberg als hundertprozentig kommunales Unternehmen die Energiegenossenschaft Starkenburg, die Bürgerenergiegenossenschaft Kraichgau, die Heidelberger Energiegenossenschaft sowie die Stadtwerke-Kooperation Trianel Wind und Solar, an der die Stadtwerke Heidelberg beteiligt sind. Ihr Plan ist es, einen Bürgerwindpark zu bauen, an dem sich die Bürgerinnen und Bürger vor Ort über die Energiegenossenschaften beteiligen können. Das Bieterkonsortium hatte sich auf eine Ausschreibung der Landesbehörde Forst BW beworben. Diese hatte Ende Mai 2023 in einem sogenannten Angebotsverfahren Potenzialflächen in ihrem Eigentum zur Pacht und Errichtung eines Windparks ausgeschrieben. Bürgerwindpark: für Bürgerbeteiligung und regionale Wertschöpfung „Wir haben nur bedingt damit gerechnet, dass wir die Zusage für beide Lose erhalten“, sagt Michael Teigeler, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Energie für das Konsortium. „Aus unserer Sicht ist das eine erfreuliche Nachricht für Heidelberg und die Region: Denn durch das Wärmeplanungsgesetz und die anstehende Novelle des Heizungsenergiegesetzes wird der Bedarf an erneuerbarem Strom für den Betrieb von Wärmepumpen bei uns deutlich steigen.“ Auf der insgesamt rund 600 Hektar großen Potenzialfläche könnten 10 bis 15 Windkraftanlagen entstehen.
„Der Einsatz über die vergangenen Monate hat sich gelohnt“, ergänzt Heidelbergs Klimaschutz-Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain. „Ich freue mich sehr, dass das Konsortium den Zuschlag für beide Flächen auf dem Lammerskopf erhalten hat. Dies zeigt: Nicht nur wir als Stadt, sondern auch Forst BW als Landesanstalt glauben an das Konzept des Bürgerwindparks. Mit der Realisierung als lokales Projekt können die Bürgerinnen und Bürger vor Ort sich finanziell beteiligen – und die Wertschöpfung bleibt in der Region.“ Möglich ist diese Beteiligung über die Energiegenossenschaften. „Wer auf ein Windrad schaut, soll auch den Nutzen haben – das ist der zentrale Leitgedanke bei unserem Bürgerwindpark“, betont daher auch Micha Jost, Vorstandsmitglied der Energiegenossenschaft Starkenburg. „Auch ich freue mich, dass das regionale Konsortium den Zuschlag erhalten hat – und die Region nun die Chancen hat, selbst auf den ausgeschriebenen Flächen aktiv werden zu können“ ergänzt Neckargemünds Bürgermeister Frank Volk. Nächste Schritte Und wie geht es nun weiter? „Als nächstes steht an, die Pachtverträge mit Forst BW, dem Eigentümer der Fläche, zu verhandeln“, ergänzt Peter Erb, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Umwelt und Prokurist der Energiegesellschaft. „Zudem werden wir mit den Energiegenossenschaften und der Trianel Wind und Solar eine Projektgesellschaft gründen und in die Vorbereitungen für das Genehmigungsverfahren einsteigen.“ Ein wesentlicher Prozessschritt ist dabei eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Denn eine Besonderheit der Landesflächen am Lammerskopf ist, dass sie zu Teilen in einem geschützten Gebiet, einem sogenannten FFH- Gebiet, liegen. Anders als bei Planungen von Windkraftanlagen in nicht- geschützten Gebieten ist dort eine UVP inklusive einer artenschutzrechtlichen Prüfung vorgeschrieben. In diesem Zuge werden genaue Populationsbetrachtungen durchgeführt. Auch ausgewiesene Schutzgebiete haben Bereiche, die ökologisch weniger wertvoll und somit für Anlagen nutzbar sind.
Andere Bereiche können dagegen komplett von der Bebauung ausgeschlossen werden. „Diese Aspekte werden wir bei der Planung berücksichtigen“, sagt Michael Teigeler. „Wir wissen: Der Bau eines Windparks in einem FFH-Gebiet ist herausfordernd, aber wir sind überzeugt, dass wir bei unserem Bürgerwindpark klimabezogene und artenschutzrechtliche Aspekte vereinen können“, betont er weiter und ergänzt: „Uns ist es zudem ein wichtiges Anliegen, dass die Umweltwirkungen anhand der künftigen Planungen abgeschätzt sind. Vieles, was aktuell debattiert wird, braucht noch eine sachliche Präzisierung. Auf dieser Basis werden wir verstärkt in den Dialog und die Information gehen.“ Für die Umsetzung der Windparks ist es erforderlich, dass das Regierungspräsidium die Planungen genehmigt. „Dabei wird es darauf ankommen, dass die politischen Gremien des Regionalverbandes und der Kommunen das Projekt positiv begleiten“, sagt Michael Teigeler. Die Vorlaufzeit bis zur Genehmigung schätzt das Bieterkonsortium auf zwei bis drei Jahre. Mit einer Fertigstellung des Windparks ist laut Schätzung des Teams frühestens in fünf Jahren zu rechnen.

Kontakt: Ellen Frings Leiterin Unternehmenskommunikation Stadtwerke Heidelberg Kurfürsten-Anlage 42-50, 69115 Heidelberg

Phone: 06221 513-4214 E-Mail: ellen.frings@swhd.de

Presseinformation der Stadt Heidelberg

Heidelberg schlägt Flächen für Windkraft vor und erfüllt damit den Auftrag des Landes  - Hoher Nistler, Weißer Stein, Lammerskopf und Flächen in der Ebene

In Heidelberg sollen – wie in ganz Baden-Württemberg – aus Klimaschutzgründen mehr Windkraft- und Photovoltaikanlagen entstehen. Die Regionalverbände haben den Auftrag, bis zum Jahr 2025 eine Mindestfläche als Vorranggebiete dem Land Flächen für den Ausbau der Wind- und Sonnenenergie, genauer der Freiflächenphotovoltaik, planerisch zu sichern. Heidelberg muss – wie andere Kommunen auch – im Verband „Region RheinNeckar“ eine bestimmte Flächengröße beitragen. 

Mit eigenen Flächenvorschlägen bleibt die Stadt Heidelberg Herrin des Verfahrens: Nur auf diese Weise kann die Stadt den Ausbau von Windenergie auf dem Stadtgebiet steuern und zur Erreichung des Flächenziels beitragen. Wird das Flächenziel nicht erreicht, können auf allen Flächen der Gemarkung Windkraftanlagen entstehen. 

Standort-Vorschläge für Windkraft 

Die Stadtverwaltung hat in der Sitzung des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität am 20. September 2023 darüber informiert, dass sie die Flächen Hoher Nistler, Weißer Stein und Lammerskopf für die Prüfung vorgeschlagen hat. Die Gemeinderäte haben entschieden, dass zusätzlich Flächen in der Ebene – rund um den Grenzhof, im Kirchheimer Süden und in Richtung Oftersheim – in das Verfahren aufgenommen werden sollen. Die Rückmeldefrist endet am heutigen Donnerstag, 21. September 2023. Hintergrundinformationen sind im Gremieninformationssystem der Stadt zu finden unter www.gemeinderat.heidelberg.de > Kalender > 20. September, Sitzung des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität > TOP 6: Teilregionalplan Wind- und Solarenergie. 

Standort-Vorschläge für Solarkraft 

Des Weiteren schlägt die Verwaltung insgesamt vier Areale für Solarkraft vor: eine Fläche am Grenzhof für Freiflächen-Photovoltaik und drei weitere Flächen für Agri-Photovoltaik (Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte und Solarstromproduktion auf ein und derselben Fläche).In der Ausschuss-Sitzung am 20. September ist außerdem beschlossen worden, dass die Verwaltung über das weitere Verfahren öffentlich informieren soll. Es soll unter anderem einen Runden Tisch zu naturschutzrechtlichen Fragen rund um das Thema Windkraft geben. Der Runde Tisch soll regelmäßig prozessbegleitend tagen und sich aus Experten sowie Vertreterinnen und Vertretern von Naturschutzverbänden zusammensetzen. 

Heidelberg erreicht vorgegebenes Flächenziel

Heidelberg kann mit diesen Flächen das vorgegebene Flächenziel erreichen. Der Regionalverband wird die Vorschläge prüfen, die Flächen festlegen und daraus die sogenannten Teilregionalpläne Windenergie und Solarenergie erarbeiten. Der Regionalverband erarbeitet eine Flächenkulisse für das gesamte Verbandsgebiet anhand von festgelegten Kriterien. Ziel ist es, entsprechend den Bundes- und Landesvorgaben 1,8 Prozent der der Landesfläche für Windenergienutzung und 0,2 Prozent der Landesfläche für Freiflächenphotovoltaik auszuweisen. Die Planungen sollen bis Ende 2025 von allen Regionalverbänden in Baden-Württemberg abgeschlossen sein. 

Aktuell hat die Landesanstalt Forst Baden-Württemberg (Forst BW) bereits eine Fläche am Lammerskopf zur Errichtung von Windkraftanlagen in einem Bieterverfahren europaweit ausgeschrieben (www.heidelberg-windenergie.de). Eigentümer der Fläche ist das Land Baden-Württemberg. 

Die Klimaschutzziele der Stadt Heidelberg und des Landes Baden-Württemberg 

Die Klimaschutzziele der Stadt Heidelberg und des Landes Baden-Württemberg verlangen einen konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien – Strom und Wärme sollten vollständig aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. Dabei hat die Windkraft mit der Photovoltaik das größte Ausbaupotential und eignet sich besonders, da die Windenergie den höchsten Stromertrag im Winterhalbjahr liefert.

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Wir alle müssen uns beschränken, was Energie betrifft.

Institutsleiter des Umwelt-Prognose Institut Dieter Teufel referierte bei der Bürgerinitiative "NOW" in Ziegelhausen.


Viele waren am 27.9. in die Steinbachhalle gekommen, um zu hören, was Dieter Teufel zum Vorhaben "Windpark Lammerskopf" zu sagen hatte.

Vorweg: Teufel lehnt dieses bereits fortgeschrittene Vorhaben ab.
Seine Hauptpunkte waren:

1. Klimaschutz und Artenschutz

Das Ansinnen des Klimaschutzes durch Energiegewinnung mit Windrädern sei richtig, nur eben am falschen Platz. Auf der Kammlinie Lammerskopf würde dort mehr beschädigt als gutgemacht werden.
Die Biofunktion des Waldes würde erheblich darunter leiden, von Verlusten bei Erholungsfunktionen ganz abgesehen.  Die die Klimaerwärmung veursachenden CO2 - Emissionen sind seit 30 Jahren sehr steil angestiegen. Dies bedeutet zwingend die Abkehr von Energiegewinnung durch fossile Verbrennung.









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Ein derartiger Einschnitt in den Wald mit 600 ha würde zudem dem Artenschutzauftrag direkt widersprechen. Schon befindet sich Deutschland unter den Ländern, in denen schon 50% der Arten verloren gegangen sind.

2. Was sind weiteren Folge von Windparks im Wald?

600 ha Rodung für Standorte, Zufahrtswege mit 4,5 m Breite, davon in Kurven 20 m. Dadurch würden zusammenhängende Kleinbiotope zerschnitten, gerade in den vorliegenden "FFH" - Gebieten ("Flora rt Fauna Habitat") und Eingriffe in Wasserschutzgebieten, z.B. im Bärenbachgebiet.
Der zuständige Forst hat in den letzten Jahren zum Pflegeprinzip erhoben, keimende Bäume "wild und natürlich" wachsen zu lassen. Dies bedeutet eine Anpassung der Pflanzen an schon existende Klimaveränderung. Dieser Prozess würde durch großangelegte Baustörungen und Veränderungen beim Kleinstklima gestört werden.
Jede Rodung im Wald inkludiert auch den Verlust von Bäumen, die CO2 zu Sauerstoff umwandeln. Weiter müssten Bergkuppen eingeflacht werden, um die hohen Windräder (8 Megawatt - Klasse) stabil zu stellen.

3. Dem Finden und Umsetzen von Alternativen gelte höchste Priorität.

An erste Stelle setzte Teufel dabei den Willen und die ernste Absicht jedes einzelnen Bürgers, das Klima über Vermeidung von CO2 - Ausstoß nicht zu belasten. Am Beispiel von Autofahrten innerhalb kurzer Distanzen von 1-2 bis 15 km erklärte er die notwendigen Umstiege auf das Fahrrad und den ÖPNV. Dies konsequent würde um die 20% Einsparung erbringen. Weiter forderte er die Bereitstellung von deutschlandweiten Stromtrassen von Nord nach Süd sowie den großflächigen Ausbau von Fotovoltaik im Süden, denn hier ist die Sonnenleistung stärker als im Norden, wo Windräder auch mal abgeschaltet werden, weil zuviel Wind weht. Er sei nicht grundsätzlich gegen Windräder, aber im Wald seien sie fehl am Platz. Richtiger sei es, Windräder in die Rheinebene zu stellen, wo großteils passende Zufahrten und auch Stromtrassen schon da wären. Dafür könne man den etwa 20% - igen Verlust an "Windhöffigkeit" in Kauf nehmen. Das Bundesland Rheinland-Pfalz sei hier in seinem Süden den richtigen Weg geangen.

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Dieter Teufel lehnt auch die jüngst ausgewiesenen Flächen "Südlich Weißer Stein" und "Hoher Nistler" aus den gleichen Gründen ab.
Er kritisierte deutlich die in der Bundesregierung festgelegte "Sektorenverlagerung" von CO2 - Emissionen. Dies billige dem  Hauptemittenden Verkehr einen Freifahrtsschein zu, wenn es "nur in der Summe stimmte."
Die selbstgewählten Zielvorgaben des Landes Baden-Württemberg sah er ebenfalls kritisch: 1 000 neue Windräder, davon 500 im Staatswald hülfen nicht viel weiter angesichts von 1,8% der zur Bereitstellung erneuerbarer Energie geforderten Flächen, dies auch in der Metropolregion Rhein-Neckar.

Friday's for Future begrüßt Windpark 

Friday's for Future fordert die Umsetzung des Windparks "Lammerskopf" und fordert von OB Würzner mehr Unterstützung ein.
28.06.2023

Großes Potenzial auf dem Lammerskopf                  Stadtblatt, 12.7.23

Klimabürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain über einen möglichen Windpark auf dem Lammerskopf

Herr Schmidt-Lamontain, das Land möchte Windräder auf dem Lammerskopf bauen – warum unterstützt die Stadt Heidelberg dieses Vorhaben?

Raoul Schmidt-Lamontain

Weil wir als Kommune zu Energiewende und Klimaschutz unseren Beitrag leisten müssen. Mit der Abkehr von Öl und Gas wird unser Stromverbrauch steigen – zum Beispiel für Wärmepumpen und E-Mobilität. Wir müssen daher alle Möglichkeiten zur lokalen Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien ausschöpfen – und dazu gehört auch die Windkraft.

Aber ist es nicht widersprüchlich, für Klimaschutz und Windräder Wald zu roden?

Schmidt-Lamontain

Wenn ich viele Tonnen CO2 sparen kann, aber dafür Bäume fällen muss, ist das zwar schmerzhaft, kann in der Abwägung aber am Ende die sinnvollste Maßnahme sein. Es muss sich aber keiner Sorgen machen: Wir werden in Fragen des Landschaftsbildes und beim Natur- und Artenschutz genau hinsehen – und diese Untersuchungen werden bestimmen, wie viele Windkraftanlagen dort überhaupt entstehen können. Es werden auch keine hunderte Hektar Wald gefällt. Da werden leider von manchen Akteurinnen und Akteuren falsche Zahlen gestreut. Es ist klar: Jeder Quadratmeter Wald ist wertvoll, das geht immer in die Abwägung ein.

Warum baut man die Räder nicht in der Ebene?

Schmidt-Lamontain

Es gibt in unserer dicht besiedelten Ebene keinen Platz für mehrere Windräder – das wurde alles schon einmal geprüft und am Ende blieb keine Fläche übrig. Zum anderen ist die Windlast hier für einen wirtschaftlichen Betrieb nicht ausreichend. Wir rechnen mit 30 bis 50 Prozent weniger Ertrag als auf den Höhen – und dann lohnt es sich schlicht nicht mehr.

Wie viel Strom könnte mit einem Windpark auf dem Lammerskopf denn produziert werden?

Schmidt-Lamontain

Die Potenziale dort sind sehr groß. Zum Vergleich: Mit einem einzigen Windrad kann man den Strombedarf aller privaten Haushalte in Ziegelhausen decken.

Und wer könnte so einen Windpark betreiben?

Schmidt-Lamontain

Wir sind nicht Herrin des Verfahrens, die Ausschreibung der Fläche läuft über das Land. Ein regionales Konsortium aus unseren Stadtwerken und mehreren Energiegenossenschaften bewirbt sich und als Stadt unterstützen wir dieses Bündnis. Wir sind überzeugt, dass der Windpark kommen wird – und dann macht es doch am besten ein regionaler Betreiber, der so intensiv wie möglich auf die Belange vor Ort eingeht und nicht ein Konzern, der nach der höchsten Rendite schielt.

Warum setzt die Stadt statt Windrädern nicht besser auf den Ausbau von Photovoltaik?

Schmidt-Lamontain

Es geht nicht um Windräder oder Photovoltaik. Wir brauchen beides, um so schnell wie möglich klimaneutral zu werden. Genauso wie wir weiterhin Gebäude sanieren, das Fernwärmenetz ausbauen und riesige Wärmepumpen bauen müssen. Die Windräder sind ein zentraler Baustein in diesem Konzept.

Weitere Infos und Antworten auf häufig gestellte Fragen unter www.heidelberg.de/buergerwindpark

Land kündigt Ausschreibung an

Konsortium begrüßt Anpassungen bei Ausschreibungskriterien für Windpark

Das Land Baden-Württemberg möchte eine Waldfläche am Lammerskopf oberhalb von Heidelberg-Ziegelhausen und Schönau zur Nutzung durch Windräder europaweit ausschreiben. Dabei sollen die Ausschreibungskriterien gegenüber der bisherigen Praxis angepasst werden. Forst BW hat angekündigt, die finanziellen Kriterien künftig bei allen weiteren Ausschreibungen von Forst BW mit 60 statt bislang 70 Prozent zu gewichten. Inhaltliche Kriterien fließen nun damit zu 40 statt bislang 30 Prozent ein. Zudem sollen landesweit alle Flächen mit mehr als 500 Hektar in kleinere Lose aufgeteilt werden. Die 600 Hektar große Fläche am Lammerskopf wird damit in zwei Losen ausgeschrieben. „Wir freuen uns, dass das Land seine Ausschreibungskonditionen überdacht und angepasst hat“, sagte Michael Teigeler, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg. Oberbürgermeister Eckart Würzner betont: „Ich freue mich, dass das Land die finanziellen Kriterien etwas zurücknimmt und lokalen Anbietern mit kleineren Flächen damit eher eine Chance bietet. Wir alle brauchen die Akzeptanz der Menschen vor Ort, wenn wir die Energiewende in der notwendigen Geschwindigkeit vorantreiben wollen.“ Die Stadtwerke Heidelberg, die Energiegenossenschaft Starkenburg, die Bürgerenergiegenossenschaft Kraichgau und die Heidelberger Energiegenossenschaft hatten sich um die Pacht und Errichtung eines Bürgerwindparks beworben. Das Konsortium hatte ein Konzept für ein Sonderverfahren als Innovationsprojekt eingereicht, um einer europaweiten Ausschreibung zuvorzukommen. Das Land hatte dies abgelehnt. red "Stadtblatt" Heidelberg

Bürger- und Leuchtturmprojekt "Lammerskopf" vorerst gebremst!

Die Kommunen und lokalen Stadtwerke, Energiegenossenschaften bekommen die Flächen auf dem Lammerskopf nicht im billigeren Sonderverfahren. So hat "FORST BW", also das Land Baden - Württemberg entschieden. Die zu pachtenden Flächen werden standardmäßig ausgeschrieben. Dies mehrt die Aussicht für finanziell starke Interessenten, die Pacht zu erwerben.

Erklärung von Stadt und Stadwerken vom 3. Mai 2025

Presseveröffentlichung des lpkalen Bewerbungskonsortiums

 

 

Modifizierung der Ausschreibung

Noch im Mai gab es neue Nachricht aus Stuttgart von Forst BW: 

Die Standardvergabe orientiert sich üblicherweise an 2 Bedingungen: Die Bewertung des finanziellen Hintergrunds des Bewerbers zählt zu 70%, die des Konzepts zu 30%

Hier stellt Forst BW nun eine Veränderung in Aussicht: Die finanzielle Stärke soll nun zu 60%, die des Konzepts zu 40% bewertet werden.

Zudem können größere Flächen in 2 Lose aufgeteilt werden.

Bis zum 19. Juli soll über Bewerbungen entschieden werden. 

Information der Stadt Heidelberg zu Lammerskopf - Vorhaben

Geballte Erklärungsoffensive in der Steinbachhalle


Lange hat es gedauert bis die Stadtverwaltung als Bewerberin in einem Energiekonsortium und als Gemarkungsinhaberin den Bürgerinnen und Bürgern in Ziegelhausen das Projekt „Bürgerwindpark auf dem Lammerskopf“ facettenreich vorstellte. Pünktlich zum Bewerbungsschluss am 19. Juli organisierte das Umweltamt die Informationsveranstaltung.

Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain stellte in seiner Begrüßung das Veranstaltungskonzept vor: Viele, sich in den Gruppen wiederholende Impulsvorträge zu 4 verschiedenen Themenkomplexen sollten den beiden einführenden Redebeiträgen von ihm selbst und Herrn Thies, dem Vertreter von Forst BW folgen. Ergebnisse aus den Gruppen sollten am Ende „blitzlichtartig“ allen 400 Anwesenden vorgestellt werden. Das Veranstaltungsformat sah weniger den Dialog zwischen Befürwortern und Gegnern von Windparks und deren Austausch von Argumenten im Vordergrund sondern die Erklärungsbeiträge im Zeitanteilverhältnis von 9:1.

Nicht nur Ziegelhäuser und der vollständige Ziegelhäuser Bezirksbeirat waren gekommen, auch Stadträte ließen sich informieren: Frank Wetzel, Dr. Ursula Röper und Sahin Karaaslan von den Grünen, Mathias Kutsch und Dr. Jan Gradl von der CDU, Dr. Anke Schuster und Adrian Rehberger (SPD), Hildegard Stolz (Bunte Linke) und Bernd Zieger (Die Linke) wurden gesichtet, Rhein – Neckar-Fernsehen, eine Organisationsfirma und auch die Polizei.

Schmidt – Lamontain begründete die Notwendigkeit von regionaler Stromerzeugung durch Windräder, da sich Bürgerinnen und Bürger durchaus mit „ihrem Strom“ besser identifizieren könnten zeigte sich zugleich enttäuscht über die Festlegung des Verpächters (Land Baden-Württemberg), keine regional orientierte Sonderausschreibung durchzuführen. Allerdings fehlten zum aktuellen Zeitpunkt noch sehr viele Fakten, die sich im Laufe des Prozesses ergäben.

Herr Thies von Forst BW beschrieb die Aufgabe der Landesbehörde als „multifunktionale Waldwirtschaft“. Dazu gehörten auch die Erzeugung regenerativer Energien, wo es vertretbar wäre.
Projektiert sind 500 Anlagen im baden-württembergischen Staatswald bis zum Jahr 2025, dies entspräche 1,8% der Fläche.

Dies würde im Angebotsverfahren durchgeführt mit Chancengleichheit für alle Bewerber, für alle gälten die gleichen Regularien. Hauptkriterien bei der Vergabe seien zu 60% das finanzielle Angebot und zu 40% eine zielführende Projektplanung.

„Windhöffigkeit“ – ist die Beschreibung für den üblichen Windstrom an einem Standort. Die größte „Windhöffigkeit“ ergibt auf Heidelberger Gebiet auf der Lammerskopf-Sitzbuche-Linie, auf dem Königstuhl und auf dem Kamm zwischen Handschuhsheim/Dossenheim und Ziegelhausen.

In folgenden Gruppen stellten Experten wiederholend ihre Teilthemen vor und beantworteten Fragen der Zuhörer, Dialoge aber waren nicht vorgesehen.

In der Gruppe „Schall, Infraschall und Auswirkungen auf den Menschen“ stellte Daniel Bötsch Studien und Erfahrungen dazu vor. 600 m 700 m Abstand vom hohen Windrad würden die Bedingungen für normale Wohngebiete erfüllen, kürzere Abstände seien in Ziegelhausen nur partikulär gegeben (Bärenbach-allerdings mit großem Höhenunterschied). Zu dem Phänomen „Infraschall“ gebe es verschiedene Studienergebnisse: Die 16 – 20 Hertz – Wellen würden laut einer Studie des LUBW (Landesanstalt für Umwelt Baden – Württemberg) Stress, aber auch Wohlbefinden erzeugen können.


Den größten Zulauf konnte der Themenkomplex „Naturschutz“ verbuchen. Die Referenten sahen in zu verdichtendem Erdreich bei sinnvoller Anlage wenig Gefahr für Grundwasser und Starkregenfolgen. In der Hauptsache aber müssten die Betreiber, denen eine Standortfläche zugewiesen wurde, renommierte Untersuchungsbüros beauftragen, die Gegebenheiten und Bedingungen für Artenschutz und Walderhalt zu prüfen.
In dieser Gruppe entspann sich auch der größte Diskussionsbedarf mit Gegnern des „Lammerskopf-Projektes“, die die Vernichtung von Baumen als kontraproduktiv zum Naturschutz beurteilten. Ein Blick in den Pfälzer Wald würde zeigen, dass es auch anders ginge.


Im Bereich „Anlagentechnik“ wurde neben den riesigen Ausmaßen der Windräder auch der weitere Prozess vorgestellt, nachdem die konkrete Projektplanung von 2024 – 2026 dauern sollte, abgelöst von der Bauphase bis 2027 und dem Betrieb ab 2028 auf mindestens 25 Jahre.


Die Arbeitsziele der letzten Gruppe steht natürlich auf sehr tönernen Füßen, sollte das regionale Bewerberkonsortium nicht zum Zuge kommen. Micha Jost (Starkenburg – Energiegenossenschaft), Florian Oess (Energiegenossenschaft Kraichgau) und Andreas Gißler (Energiegenossenschaft Heidelberg) sollten für ihre Genossenschaften einen 51% - Anteil erhalten, die andere mindere Hälfte sind den Stadtwerken Heidelberg und „Trianel“ zugeordnet. M. Teigeler von den Stadtwerken bezifferte das Gesamtvolumen auf 100 Mio €. Micha Jost berichtete von positiven Erfahrungswerten aus der Darmstädter Umgebung und dem „Greiner Eck“, wo die Kassen für die Energiegenossen durchaus klingeln. Die Stadtwerke Heidelberg könnten den produzierten Strom durchaus für Wärmepumpen-Großprojekte, z.B. in Form einer Flusswasser-Wärmepumpe, gebrauchen.

Fazit: Es wurden dem Zuhörer sehr viele Einzelheiten dargeboten, Hauptkritik aber war, dass offenbar alles schon beschlossen wäre und die Bürger*innen niemals eine echte Mitsprache gehabt hätten. Auch diese Veranstaltung hätte dies nicht zum Ziel zum gehabt. Entscheider aber sind Landesbehörden.

Eine Stimme beklagte die tatsächlich steigenden Zulassungen von SUV’s in unserer Gesellschaft, den wieder deutlich gestiegenen Urlaubs-Flugverkehr, den allgemein hohen Energieverbrauch im Verkehr und Gebäudeheizung. Gleichzeitig machten sich Viele gegen neue Formen der Energiegewinnung stark und stellten den Naturschutz in den Vordergrund. Das passe vielfach nicht zusammen.

Ziegelhäuser fühlen sich beim Lammerskopf übergangen

Die Stadtverwaltung hatte das Thema nicht mal auf die Tagesordnung der Bezirksbeiratssitzung gesetzt. Der fordert nun mehr Informationen zu dem Projekt.

Heidelberg. (han) Natürlich habe man unterschiedliche inhaltliche Ansichten, wenn es um den Windpark auf dem Lammerskopf geht, räumte Klaus Fanz (Grüne) bei der Sitzung des Bezirksbeirats Ziegelhausen direkt zu Beginn ein. Aber dass die Stadtverwaltung das Thema nicht einmal auf die Tagesordnung für die Sitzung des Bezirksbeirats gesetzt habe, gehe überhaupt nicht.

Peter Schlör von der CDU äußerte sich sogar noch schärfer: "In meinen 20 Jahren im Bezirksbeirat habe ich noch nie so einen großen Fauxpas erlebt", empörte er sich. Es sei ein "Unding", dass das Gremium über ein Thema von solcher Tragweite nicht diskutieren dürfe. Fanz wunderte sich, weshalb die Pläne nicht im regulären Umlaufverfahren besprochen wurden, also zuerst an den Bezirksbeirat, dann an die zuständigen Ausschüsse und zum Schluss in den Gemeinderat gelangten. "Es ist eine grundlegende politische Entscheidung, inwiefern die Bezirksbeiräte einbezogen werden", erklärte daraufhin Sitzungsleiter Sven Richard von der Stadtverwaltung.

In der mangelnden Information vonseiten der Stadt sah Schlör auch eine verpasste Chance für die Ziegelhäuser Bürger, sich aktiv in das Verfahren einzubringen: "Auch als Grundstücksbesitzer möchte ich doch wissen, ob ein Windpark neben mich gebaut wird." Stattdessen habe er als Bezirksbeirat alle Informationen nur über die Medien beziehen müssen: "So können wir als Bezirksbeirat doch nicht arbeiten." Die geplante Informationsveranstaltung am 19. Juli sieht er derweil auch kritisch: "Die Gefahr ist, dass dort nur Pro-Stimmen zu Wort kommen werden."

In einer Stellungnahme, die der RNZ vorliegt, fordern er und Bezirksbeiratskollege Fanz daher: "Hierfür benötigt man zwingend entsprechende Informationen, um die Bürgerschaft informieren zu können, damit diese sich ein eigenes Bild der Sachlage machen kann." Nur dann könne er seinen Pflichten als Bezirksbeirat nachkommen. Vor allem in Ziegelhausen sei das Thema doch besonders relevant.

Der Unmut über die mangelnde Informationspolitik der Stadt zog sich parteiübergreifend durch den Bezirksbeirat. Auch Oliver Wolf von der FDP bemängelte die fehlende Bürgerbeteiligung, gab aber zu bedenken, dass "wir als Bezirksbeirat uns damit abfinden müssen, dass wir nicht mitreden dürfen".

Mahnwache

gegen die Errichtung von Windrädern auf dem Lammerskopf-Münchel-Gebiet durch die Bürgerinitiative "NOW"

Freitag, 23.6. um 18.30 Uhr auf dem Büchsenacker


Sternwanderung
am 8.7.2023 ab 13,30 Uhr Kuchenblech
Treffpunkt und Kungebung 16.00 Uhr Münchelhütte

CDU beantragt "Runden Tisch" für Lammerskopf-Vorhaben

Die Fraktionsvorsitzende der CDU - Gemeinderatsfraktion, Prof. Dr. Nicole Marme, hat einen "Runden Tisch" auf Gemeinderatsebene beantragt, der künftige Entwicklungen bei einem möglichen Windpark begleiten soll. Diesem Gremium sollen auch Vertreter von Naturschutz- und Umweltorganisationen wie BUND oder NABU angehören,

Der Kreisvorstand der CDU lehnt den Windpark "Lammerskopf" ab. - 21.August 2023

Landtagsabgeordnete von B90 / Die Grünen machen sich ein Bild von der Lammerskopf – Münchel – Landschaft.

Die Veranstalterin, MdL Theresia Bauer, hatte für den 14. Juni kompetente Umweltaktivisten aus vielen Richtungen zu einem Spaziergang im Gebiet ausgewiesener Windpotential-Flächen eingeladen. Im Mittelpunkt stand die Betrachtung der Kammlinie zwischen Ziegelhausen und Schönau, die sich auf 6,5 km erstreckt, die man zum Teil erwanderte und vor allen Dingen vor Ort besprach.

Alle 25 Beteiligten, Grüne, BUND- und NABU- Vertreter, Mitglieder der Energiegemeinschaft „Kraichgau“, „Fridays for Future“ waren sich darin einig, dass Windkraft unmittelbar nötiger Teil zum Energiemix ist. Allgemein wurde auch kritisiert, dass in den letzten Jahren die Projekte nicht vorangetrieben wurden.

BUND (Amany von Oehsen) und NABU stellen allerdings den Standort Lammerskopf-Münchel in Frage, da inmitten von sogenannten „Flora-Fauna-Habitat“- Gebieten in einem intakten Waldsystem Einschnitte vorgenommen werden sollen, die gerade die vorhandene Tierwelt hart träfe. Anderswo in Baden-Württemberg gebe es Hügel- oder auch Berggebiete, die ökologisch nicht so wertvoll seien.

Dem hielt Stefan Geisler von der „Bürgerenergiegenossenschaft Kraichgau“ entgegen, dass von 600 ha ausgewiesener Fläche wahrscheinlich nur 1% gebraucht würde. Gerade die Bürger*innen in Heidelberg und Neckartal-Kraichgau-Odenwald könnten aus dem vorgesehenen lokale Projekt auch unmittelbaren Nutzen ziehen.

Die grünen Abgeordneten Theresia Bauer und Andre Baumann ließen keinen Zweifel an der Notwendigkeit von Windkraftwerken in der Region, auch auf Bergkämmen, will man die Energiewende realistisch vorantreiben, um die vorgegebenen Ziele der Maximal - 1,5 Grad -  Erderwärmung im Land erreichen. Auch zeige die in der Öffentlichkeit aggressiv geführte Debatte um den Einsatz von Energie bei der Gebäudeheizung mit dem Ergebnis weiterer jahrelanger Verschiebung der Ablösung von Gas und Öl, dass der Energieträger Strom immer wichtiger werde.

Einig waren sich die Befürworter, dass vor Genehmigung und Bau intensive Analysen im Hinblick auf Natur- und Umweltschutz stattfinden müssen. Ein Ergebnis dessen könnte sein, dass die 15 Windräder nicht nebeneinander aufgestellt würden, sondern dass man auf der 6,5 km langen Strecke
ökologisch wertvolle Flächen ausspart. Sollten unabhängige Analysten im Extremfall zum Ergebnis kommen, dass der Bergkamm in Gänze nicht geeignet ist, würde das Gesamtprojekt nicht realisiert werden.

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Stefan Geisler BürgerEnergie Kraichgau
Amany v. Oehsen - BUND
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Mitglieder des Stadtteilvereins erbitten Information auf der Jahreshauptversammlung am 28.04.2023

Etliche Mitglieder sprachen die Situation um den "Lammerskopf" an und bemaßen dem Thema eine große Bedeutung für Ziegelhausen zu.
Während der Vorstand des Stadtteilvereins riet, die Entwicklungen dort abzuwarten wollten die Erstgenannten analog zu den Veranstaltungen in Heiligkreuzsteinach und Schönau auch in Ziegelhausen die Bürger mittels einer Veranstaltung informieren. 
Der Vorstand wurde beauftragt, eine Diskussionsveranstaltung z.B. mit Vertretern aus den Stadtwerken und Herrn Dieter Teufel in die Wege zu leiten. 

Bürgerwindpark Lammerskopf: Gemeinderat gibt klares Votum zur Unterstützung ab

Auf dem Lammerskopf im Osten Heidelbergs möchte ein Konsortium aus Stadtwerke Heidelberg und regionalen Energiegenossenschaften einen Bürgerwindpark realisieren – und hat dafür nun die klare Unterstützung des Heidelberger Gemeinderats erhalten. In seiner Sitzung am 20. April stellte sich das Gremium fast einstimmig – bei nur zwei Gegenstimmen – hinter die Projektpläne und bestätigte damit einen vorangegangenen Beschluss des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität vom 29. März. Geplant sind 10 bis 15 Windkraftanlagen. Nach den bisherigen Erfahrungen mit Anlagen an vergleichbaren Standorten könnte damit der Jahresstrombedarf von der Hälfte bis zu drei Viertel aller Heidelberger Haushalte gedeckt werden. In Heidelberg gibt es aktuell rund 80.000 Haushalte. Der Gemeinderat bekräftigte mit seiner Entscheidung, dass der Windenergieausbau auf Heidelberger Gemarkung einen wichtigen Beitrag zu einer sicheren Energieversorgung und zum Klimaschutz darstelle. Bei der Fläche am Lammerskopf, die durch den Landesbetrieb ForstBW verpachtet wird, befürwortet der Gemeinderat daher, dass das Areal in einem Sonderverfahren als „regionales Leuchtturmprojekt“ an das Bieterkonsortium vergeben wird – so werde eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger in der Region möglich. Die Realisierung des Windparks inklusive des Baus von Zufahrtswegen solle äußerst schonend und behutsam sowie minimal invasiv für die Natur- und Tierwelt erfolgen.

Broschüre "Bürgerwindpark"

Gemeinsame Presseinformation von Forst BW, Stadt Heidelberg und Stadt Schönau

 

Ausbau der Windenergie geplant

Staatsforstbetrieb Forst BW plant Ausschreibung einer Potenzialfläche für Windkraft zwischen Heidelberg und Schönau

Durch die Klima- und Energiekrise wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien immer dringlicher. Das Land Baden-Württemberg treibt daher den Bau von Windkraftanlagen voran. Die Anstalt öffentlichen Rechts (Forst BW) kündigt deshalb an, dass sie im Frühjahr dieses Jahres eine Potenzialfläche zwischen Ziegelhausen und Schönau für die Errichtung von Windkraftanlagen öffentlich zur Pacht anbieten wird. Interessierte Betreiber können sich dann mit einem Angebot zur Nutzung der Fläche bei Forst BW bewerben.

Die Fläche liegt im Wesentlichen im Bereich nördlich des Weilers Hasselbacherhof in Schönau sowie in den Bereichen Münchel und Lärchengarten in der Kammlage zwischen Heidelberg und Schönau. Circa 400 Hektar befinden sich auf Schönauer Gemarkung und knapp 200 Hektar auf Heidelberger Gebiet. Die Areale sind vollständig im Eigentum des Landes.

Die rechtlichen und politischen Vorgaben des Landes wurden in den vergangenen Monaten in mehreren Punkten geändert, um den Ausbau der Windenergie in Baden-Württemberg voranzutreiben. Eine Fläche zwischen Heidelberg und Schönau war bereits in der Vergangenheit untersucht, vom Nachbarschaftsverband jedoch nicht weiterverfolgt worden.

Das Land kann als Eigentümerin der Waldflächen die Ausschreibung ohne Zustimmung der Kommunen oder des Nachbarschaftsverbandes vornehmen. Die beteiligten Behörden betonen, dass damit noch keine Genehmigung von Windkraftanlagen verbunden ist. Mit der Veröffentlichung der Potenzialfläche sucht das Land zunächst interessierte Betreiber von Windrädern auf der betreffenden Fläche. Dem Gewinner des Angebotsverfahrens obliegt es dann, konkrete Umsetzungspläne auszuarbeiten und die erforderlichen Genehmigungen einzuholen. Nur wenn ihm dies gelingt, kann er – gegebenenfalls unter entsprechenden Auflagen – auf der ausgeschriebenen Fläche Windkraftanlagen errichten.

Forst BW teilt mit, dass es sich bei dieser Fläche nach eingehender Prüfung um eine für die Windkraftnutzung sehr gut geeignete Fläche handelt und einen wichtigen Baustein zum Ausbau der erneuerbaren Energien darstellt. Bereits seit 2012 stellt ForstBW landesweit Staatswaldflächen für die Windkraftnutzung zur Verfügung. Im Koalitionsvertrag der Landesregierung von 2021 wurde das Ziel formuliert, dass in Baden-Württemberg 1000 Windenergieanlagen entstehen sollen und der Staatswald hierfür Flächen für rund 500 Anlagen bereitstellen soll. In einer seit 2021 intensivierten Vermarktungsoffensive hat ForstBW bislang bereits 19 Windkraftstandorte angeboten. Die Kammlage zwischen Heidelberg und Schönau bietet sowohl bezüglich ihrer Windhöffigkeit (überwiegend über 250 W/m2), ihrer langgestreckten Nord-Südausrichtung sowie der Größe von rund 550 Hektar Planungsfläche (Potenzialflächen) für mögliche Windenergieanlagen hervorragende Voraussetzungen. Sie zählt damit zu den herausgehobenen Standorten in den Staatswäldern des Landes, bei denen keine bekannten Hindernisse gegen eine Windkraftnutzung sprechen. Von ForstBW wird diese Fläche zunächst bereitgestellt und an einen Projektierer verpachtet. Dieser legt auf der Grundlage umfangreicher Gutachten zum Artenschutz, zur Ermittlung der exakten Windhöffigkeit, zu Erschließungsmöglichkeiten mit den vorhandenen Zuwegungen etc. erst fest, ob und wo die einzelnen Windenergieanlagen entstehen können. ForstBW legt großen Wert darauf, die Standortkommunen rechtzeitig vor einer Ausschreibung der Fläche über das Vorhaben und die Hintergründe zu informieren und begrüßt es sehr, dass beide Städte, Heidelberg und Schönau, die Notwendigkeit eines Windkraftausbaues unter den Vorzeichen der Energiewende, zunehmender Autarkie und der Klimakrise ebenfalls sehen.

ForstBW wird diese Windkraftflächen nun zeitnah in einem Angebotsverfahren veröffentlichen. Die Auswertung des Angebotsverfahrens wird voraussichtlich im 2. Quartal erfolgen. Dann könnten im Jahr 2024 die Gutachtenerstellungen durch die Projektierer erfolgen und sich das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren anschließen. Windräder werden sich frühestens wohl erst im Jahr 2026 drehen. Weitere detailliertere Informationen erfolgen bei solchen Windkraftprojekten durch den Projektierer, welcher dann während seiner Planungsphase auch konkretere Angaben machen kann und die Öffentlichkeit informiert.

Heidelbergs Klimabürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain sagt hierzu: „Es ist wichtig und richtig, dass man angesichts der globalen Herausforderungen im Klimaschutz und auch aufgrund der grundlegend geänderten Lage auf den Energiemärkten alle verfügbaren Flächen neu bewertet. Um die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und insbesondere russischem Erdgas zu erlangen, sind wir alle gefordert, geeignete Flächen für Windenergie auch auf Heidelberger Gemarkung zu identifizieren. Natürlich müssen dabei die Belange des Arten- und Naturschutzes und insbesondere das sensible Landschaftsbild im Neckartal berücksichtigt werden. Wir werden das Verfahren aktiv begleiten. Seitens Heidelberg legen wir sehr großen Wert darauf, dass das Vorhaben als lokales Projekt aufgesetzt wird, an dem sich Heidelberger Institutionen und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger aktiv beteiligen können, zum Beispiel in Form von Bürgerkraftwerken.“

Die Stadtverwaltung Schönau erklärt: Die Stadtverwaltung Schönau begrüßt alle Bemühungen zum Auffinden von alternativen Wärme- und somit auch Energiequellen, die uns unabhängiger von fossilen Energieträgern machen. Die Ankündigung von ForstBW Baden-Württemberg, Flächen im Gemarkungsbereich zwischen den Städten Heidelberg und Schönau auszuschreiben, kommt nach den Ankündigungen Baden-Württembergs des letzten Jahres nicht wirklich überraschend. Der Eingriff in das noch intakte Waldgebiet rund um das Münchel macht uns zumindest nachdenklich, da dieser Bereich ein bekanntes und geschätztes Naherholungsgebiet ist. Dennoch sind wir als Stadtverwaltung für konkrete Lösungen, mit Augenmaß Windenergie nutzbar zu machen.

Ergänzend weisen wir darauf hin, dass wir eine 2017 – mit den übrigen im Steinachtal befindlichen Gemeinden – beschlossene Resolution zu den damaligen Planungen der hessischen Nachbarn in den kommenden Monaten auf den Prüfstand stellen werden. Als Stadt Schönau werden wir mit einer neuerlichen gesamthaften Aussage uns mit dem Gemeinderat neu positionieren. Ziel ist es, auch diese Resolution mit unseren Nachbarn – den Gemeinden im Gemeindeverwaltungsverband Schönau – abzustimmen. Auf dem Prüfstand werden zu große Flächenausweisungen, genauso wie Eingriffe in Natur und Landschaft sein. Natürlich ist es der Verwaltung auch klar, dass wir über die grundlegende Flächenausweisung im Rahmen der aktuellen Gesetzgebung nur sehr wenig Einfluss nehmen können. „Die gemeinsame Pressemitteilung mit der Stadt Heidelberg und Forst BW begrüße ich sehr, zeigt dies doch, dass im Gegensatz zu 2017 eine Information seitens der hessischen Landesverwaltung nicht nur das Ergebnis präsentiert, sondern vor dem Planungsbeginn erfolgt“, so Bürgermeister Matthias Frick, Stadt Schönau.

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Leserbriefkommentare zum "WIndpark Lammerskopf"

Zukunft des "Lammerskopf" - mit und ohne Windräder

Windräder auf dem Lammerskopf und Umgebung sind zu befürworten unter der Voraussetzung, dass dieser regional produzierte Strom in die Region fliesst mit Hilfe des hiesigen Konsortiums als Betreiber. Regionale Stromproduktion in Bürgerhand - und möglichst in nicht-Gewinnorientierter Genossenschaft wie z.B. der HEG - ist der Weg in eine unabhängige und preisgünstige Versorgung. Es macht keinen Sinn, Grosskonzernen die Energieproduktion zu überlassen, die dann später Bedingungen diktieren. Schon gar nicht aus einem womöglich unsicheren Ausland - nach dem Nordstream-Desaster sattsam bekannt.

Gefühlt habe ich volles Verständnis für Einwände aus Bereichen wie Naturschutz, Naherholungsgebiet bis schwer zu ertragendem Anblick der Windräder. Als Anwohner, der mindestens ein Mal wöchentlich zum Lammerskopf hoch geht sehe ich aber einen Wald, der als wirtschaftlich betriebene Holzplantage leidet und im Klimawandel keine Zukunft mehr hat. Diese Erkenntnis tut weh. Wir müssen uns nach aktuellem Stand der Wissenschaft klar machen, dass es diesen Wald in absehbarer(!) Zeit so nicht mehr geben wird, ob mit oder ohne Windräder. Wenn wir uns und insbesondere unseren Nachfahren die Chance auf einen wie auch immer nachwachsenden, resilienteren Wald geben wollen müssen wir die Windräder schnell bauen, müssen das Wohnen schnellstmöglich klimaneutral machen und die Transformation in Industrie und Verkehr schnell schaffen. Wie oft sollen denn noch die Wetterdaten der letzten Jahre und Jahrzehnte präsentiert werden, bis man verstehen wird, dass die Zeiten für romantisierende Waldgefühle oder dörfliche Befindlichkeiten endgültig vorbei sind. Das Zeitfenster, in dem der Ausstoss von Treibhausgasen noch reduziert werden kann um das 1,5°-Ziel zu erreichen schliesst sich in den nächsten Jahren. Schätzungen heute gehen von 2,5 - 3 Grad Erwärmung aus, für heimische Bäume mit einem Weiterleben nicht vereinbar.

"Nach mir die Sintflut" bekommt eine krasse neue Bedeutung und sollte all denjenigen zu denken geben, die sich an ihr heutiges Naherholungsgebiet klammern, jetzt die sich drehenden Windräder nicht sehen wollen oder sich an der - momentan noch erlebbaren - Tierwelt erfreuen. Wir müssen handeln und uns mit teils unangenehmen Veränderungen im Alltag arrangieren - auch wenn das heute ca. 5 - 10 ha (600 ha misst das gesamte zur Verfügung stehende Gebiet !) zukunftsunfähigen Wald kostet. Es sei denn die grassierende Egozentrik findet eine Mehrheit und fährt sogar die Ellenbogen gegen die eigenen Nachkommen aus.  

Frau Bürgermeisterin Pfahl, Neckarsteinach (Zitat RNZ vom 06./07.05.23): "wenn wir nichts (gegen die Windräder) unternehmen, gehen wir unter" . Andersrum wird ein Schuh draus !

 

Dr. Bernhard Boll
Heidelberg - Ziegelhausen

18.04.2023 Lukas Weber, Heidelberg

Plädoyer für Windräder auf Bergkämmen wie Lammerskopf

Windpark auf dem Lammerskopf

Müssen Gas geben!

Die'Stadträte von Heidelberg haben sich fast einstimmig für das Windparkprojekt Lammerskopf ausgesprochen. Das war nach der sorgfältigen Vorarbeit der beteiligten Gruppen auch nicht anders zu erwarten. Bedenklich stimmt mich aber die Argumentation der BUND-Gruppen Heidelberg, Steinachtal und Neckargemünd. Sie haben da eine gefährliche Nähe zur AfD gezeigt. Ein FFH-Gebiet ist nach den neuesten Richtlinien der Bundesregierung kein Ausschlusskriterium mehr für einen Windpark. Wir müssen jetzt mit oder ohne Atomenergie einfach mächtig Gas geben, um den Klimawandel noch einigermaßen erträglich zu gestalten. Das haben viele ,,Naturschützer" und auch AfDler immer noch nicht begriffen. Denen möchte ich gerne das Buch von Jonas Schaible ,,Demokratie im Feuer" empfehlen. Gerne biete ich Bedenkenträgern für Windräder im Wald einmal eine Wanderung und Besichtigung bestehender Windparks im Odenwald an. Dann kann man sich überzeugen, wie gut die Windräder sich in die Landschaft und Fauna einfügen.

Ulrich Pfeiffer, Schwetzingen

30.3.2023  Erich J. Lehn, Naturschutzwart Ziegelhausen

Nutzen? 
 
Zum  Windpark auf dem Lammerskopf (rchtig auf den alten Forstkarten: Kammerkopf):
Hier gibt es eine, besonders von den Bürgermeistern angefachte Euphorie, die m.E. einige Fakten außer Acht läßt.
Natürlich braucht man immer mehr Elektrizität, aber wenn man dadurch eine ganze Waldkuppe rodet, verhält man sich konterkariert.  Zu den hunderten Bäumen, die auch nicht irgendwo nachgepflanzt werden, kommt die Verbreiterung von Waldwegen, die zu breiten Zufahrtsstraßen und damit gewaltige Eingriffe in das bisher nur forstlich genutzte Gebiet führen.
In einem Leserbrief wird der Bedarf an Elektrizität nicht kleingeredet, aber, so der Schreiber, könnte man statt 5-10 Windräder auf der Höhe wegen der geringeren Windverhältnisse dann doppelt so viele in der Ebene bauen, mit gleichem Nutzen.

Von den klimatischen Nachteilen auch ökologischer Natur hat man bisher von politischer Seite nichts gehört, nur vom angeblichen Nutzen.

 
 

 

01.04.2023 Susanne Klug, Schriesheim

Auf dem Lammerskopf sollen sich bis zu 15 Windräder drehen

Bereits vor einigen Jahren wurden die Flächen, auch am Lammerskopf diskutiert. In einem Ergebnisbericht vom 17. Dezember 2015 wurden die Stimmen der Online-Beteiligung zum Teilflächennutzungsplan im Auftrag der Stadt Heidelberg dokumentiert (zu finden auf der Webseite des Nachbarschaftsverbandes Heidelberg-Mannheim).

Die Stimmen, die sich gegen Windturbinen in diesem Gebiet aussprechen, sind in der Mehrzahl und sie haben gute Argumente u. a. bezüglich Landschaftsbild, Ästhetik, Denkmalschutz, UNESCO-Weltkulturerbe, Gesundheit und Lebensqualität, Infraschall, Schlagschatten, Stroboskobeffekt, Beleuchtung, Lärm, Abstand zu Wohngebieten,  Naturschutz, Vogel-/ Tierschutz, Flächenverlust/-versiegelung, Waldrodung, Wasserschutzgebiete, Wirtschaftlichkeit, mangelnde Windhöffigkeit,  Stromproduktion, Kosten-Nutzen-Verhältnis, geringer Beitrag zur Energiewende, Subventionen / Lobbyismus Verstrickung von Politik, Wirtschaft und Umweltverbänden, Schwierige Zugangswege, Belastung spezifischer Ortschaften, Auswirkungen auf Flugverkehr.

Diese Argumente haben auch heute noch Gültigkeit. Werden sie auch berücksichtigt werden? Selbst aus der Sicht des BUND Heidelberg sei das Gebiet von hohem Wert für den Artenschutz.!

Der Erhalt der hiesigen Waldgebiete ist meiner Meinung nach wertvoller für den Klimaschutz als deren Zerstörung. Der Schutz der Anwohner vor gesundheitsschädlichen Lärm-Immissionen muss diskutiert werden!

 Industrieanlagen

Allen Befürwortern der Windindustrieanlagen im Gebiet Lammerskopf empfehle ich einen ausführlichen Spaziergang in dem Gebiet mit seinen herrlichen, über hundert Jahre alten Laubmischwäldern und dem einmaligen Erlebnis, auf Heidelberger Gemarkung keinen Verkehrslärm zu hören.

Und dann mögrn Sie das Gutachten von Dieter Teifel vom UPI zu "Windkraftwerken im Wald, Bewertung und Alternativen" lesen, ich zitiere einige Auszüge:

"bei Standorten im Wald müssen in der Regel neue Zufahrten angelegt werden. Dazu müssen Waldwege auf eine befahrbare Breite von 4,5 m und eine Durchfahrtsbreite von 6,5 -7 m (gerade Strecken), in Kurven bis zu 20 m Durchfahrtsbreite ausgebaut werden. Die dazu notwendigen Flächen müssen gerodet werden. Für den eigentlichen Standort einer Windenergieanlage muss eine Fläche von ca. 6500 m² gerodet werden. Da die Neigung dieser Fläche höchstens ein Prozent betragen darf, müssten bei den Standorten im Odenwald aufgrund der Topografie erhebliche Einschnitte in Form von Geländenivellierungen durchgeführt werden."

Bei den geplanten Dimensionen ist das kein Wald mehr, sondern eine Industrieanlage. Der zu erwartende Nutzen von 20% mehr Ertrag im Vergleich zu einem Windrad in der Ebene steht in keinem vernünftigen Verhältnis zu diesem massiven Eingriff.

 

Helmut Rauch

Transparenz und Mitsprache

In Heidelberg-Ziegelhausen gibt's das nicht.

Da legt der Gemeinderat handstreichartig fest, sich an Windradprojekten auf städtischer Gemarkung zu beteiligen. Für Ziegelhäuser und Schlierbacher gab es weder Information noch Mitsprache, während die Steinachtalgemeinden andere Wege gingen. Dort wurden/werden die Bürger informiert und es wurde/wird Transparenz geschaffen. Von wegen "hinten im Odenwald", die sind den Städtern ganz schön voraus.

Manfred Hartmann 

Heidelberg-Ziegelhausen

18.04.2023  Wilfried Münster,Heidelberg

Gegen die Errichtung von Windrädern auf dem Lammerskopf

 

31.3.2023 Vanessa Krieger, Heidelberg

Mit trauriger Seele

Das Waldstück zwischen Münchel und Sitzbuche, zu Schönau-Schafbachtal gehörig ist eines der schönsten Gebiete entlang der Wege vom Münchel zur Lindenhütte. Erholung pur - am besten am früheren Morgen, wenn gegenüber die Sonne hochsteigt. Die Menschen in unserer Hektikwelt brauchen das. Nun steht der gesamte Bergkamm im Gerede, Standort für Windkraftwerke zu werden. - Aber doch nicht hier! Aber wo sonst? 

Unsere Politik und Gesellschaft hat beschlossen, die Atomkraft und die fossile Verbrennung hinter sich zu lassen. Die Alternativen und die Zukunft sind Windkraft und Solardächer - gerade dort, wo der Wind bläst, also auch im Landeswald zwischen Schönau und Heidelberg. Doch nicht nur die Optik wird Probleme bereiten: Die Kraftwerke müssen ja irgendwie dorthin gebracht und versorgt werden. Mit dem Hubschrauber? - Nein, wohl über auszubauende Waldstraßen. Diese ökologischen Eingriffe erhöhen andere Gefahren wie Folgen von Starkregen und die Verschlechterung des Tierlebens.
Mit trauriger Seele bin ich der Hoffnung, dass ein Zusammenwirken von Forst, Ingenieuren, Bürgern das Schlimmste verhindern könnte.

02.04.2023  Rainer Erlter Heidelberg

Jahrhundertthema Klimaschutz und der Lammerskopf

So ziemlich alles, was Frau Klug in ihrem Leserbrief schreibt, trifft zu. Es trifft aber auch zu, dass sich unser Planet wegen der Klimaerwärmung schon lange begonnen hat zu verändern. Grundwasserknappheit auf den landwirtschaftlichen Flächen, damit verbunden ist die Tatsache, dass in Deutschland nur noch 1 Baum von 5 en vollständig gesund ist. Welche Bäume und Pflanzen sollen denn in Zukunft für die Erzeugung von Sauerstoff zuständig sein? Die Ernteausfälle treiben die Preise für die entsprechenden Erzeugnisse dauerhaft nach oben. Die Kleinklimas sind besonders in unseren Städten ungesund. Der Treibhauseffekt insgesamt und Schutz- und Reparaturmaßnahmen werden derzeit in Deutschland auf nahezu 1 000 Milliarden Euro geschätzt. Die Verhältnisse auf unserem Planeten überhaupt werden umgestülpt: Riesige Eisberge tauen, weltweite Hochwässer drohen, einige Starkregenereignisse haben mehrere hundert Menschen auch bei uns mit dem Verlust des Lebens oder Hab und Gut bezahlen müssen. Nebenbei – in dieser Situation „gelingt“ es unserer Politik bis heute nicht, Klimaschädlinge im Verkehr durch Tempolimits etwas zu zügeln.

Änderung unseres Energieverbrauchs muss stattfinden, die Verbrennung von Gas, Öl, Kohle, Holz muss aufhören, weil sie gigantische Mengen von CO2 erzeugt. Solarenergie, Geothermie, Wasser- und Windkraft sind die Zukunft.
Ein Windpark auf dem Lammerskopf könnte eine Stadt wie Heidelberg nahezu vollständig versorgen, aber er schneidet auch massiv in bestehende und funktionierende Ökosysteme ein. Er bringt aber auch 25% mehr Strom als Windräder in der Rheinebene.
Sollte eine Entscheidung für den Lammerskopf als Standort fallen, würde die Arbeit erst beginnen, nämlich dieses massiv einschneidende Vorhaben –wenn möglich- mit dem Naturschutz in Einklang zu bringen.

"Nicht jede Stadt braucht eigene Windräder"

Interview mit dem Leiter des Heidelberger Umwelt- und Prognoseinstituts (UPI) Dieter Teufel in der "Rhein-Neckar Zeitung" am 1.4.2023. (kostenpflichtig)

 

"Windkraftwerke im Wald" - Studie des UPI  vom März 2023

 

 

BUND Heidelberg und Steinachtal für Umwelt und Naturschutz

Stellungnahme zum Projekt Lammerskopf

1.6.2023

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